Sanierung des Funkmeldeturms FMT-10 in Koblenz
Studie, Untersuchung, Planung und Überwachung, Beratung.
Im Auftrag der Deutschen Telekom Immobilien und Service GmbH wurde die Asbestsanierung und Brandschutzsanierung des Funkmeldeturms (FMT) 10 Koblenz / Kühkopf durchgeführt.
Der Funkmeldeturm besteht aus einem 255 m hohen Stahlbetonturm mit innen liegendem Treppenhaus und Personenaufzug sowie zwei angehängten Plattformen, zwischen denen sich das 5. und 6. Obergeschoss (150 m 160 m) befinden.
Insbesondere in den beiden hochtechnisierten Nutzungsgeschossen (5. OG und 6. OG) wurden zur Brandschutzertüchtigung der Stahlskeletttragkonstruktion schwach gebundene Asbestplatten (Promabest) verbaut.
Das unterschiedliche Temperaturdehnungsverhalten von Stahlbeton und Stahl, aber auch permanent wirkende Gebäudeschwingungen infolge von mechanischen Einflüssen, führten zu Rissen insbesondere in den Stoßbereichen der Brandschutzbekleidung. Durch die Gebäudebewegung rieben die Risskanten aneinander. Dies führte zur Freisetzung von asbesthaltigen Feinstäuben, die eine vollständige Kontamination der Technikgeschosse bewirkten.
Die Kontamination der Nutzungsbereiche sowie des gesamten Turmes erforderte die Anwendung von persönlichen Schutzmaßnahmen (Atemschutz, Arbeitsanzug, Überschuhe, Handschuhe etc.) beim Betreten. Die uneingeschränkte Nutzung des Gebäudes war nicht mehr möglich.
Die unter voller Nutzung des Funkmeldeturmes durchgeführte Sanierung erforderte eine höchst detaillierte, interdisziplinäre Planung, die neben der umfangreichen und kompliziert umzusetzenden Behebung der brandschutztechnischen Mängel durch Rissbildung in der Bekleidung die langfristige Unterbindung der Faserexposition zum Ziel hatte. In beiden Fällen unterlag die Planung der PL2 Pluralis® der Freigabe durch die jeweils zuständigen Behörden, Betreiber und Nutzer.
Zusätzlich war gerade bei der Planung dieser Maßnahme auf die logistischen Aspekte (Transportwege, Zeitablauf etc.) einzugehen. Die zur Verfügung stehenden Infrastrukturen waren nicht ausreichend und im Rahmen der Baumaßnahme durch Provisorien (Mastkletteraufzüge etc.) zu ergänzen.
Die Sanierung der brandschutztechnischen Mängel wurde letztendlich durch aufzubringende und gleitend gelagerte F90-Konstruktionen erzielt, die die permanenten Schwingungen des Gebäudes kompensieren. Zur Vermeidung der Faserexpositionen wurden zusätzlich auf alle asbesthaltigen Bauteile (ca. 1.300 m2 Bauteiloberflächen) speziell zugelassene, mehrschichtige Beschichtungsmittel aufgetragen, deren Eignung durch zusätzliche Einzelabnahmen und Beanspruchungssimulationen nachgewiesen wurden.
Die PL2 Pluralis® Planungsgesellschaft mbH führt derzeit ebenfalls im Auftrag der DeTeImmobilien GmbH eine Komplettsanierung des FMT-16, Europaturm in Frankfurt / Main durch. Details zu dieser Sanierung werden in Kürze auf unserer Homepage veröffentlicht.